40 Jahre Wohnhaus Schierstein

 

Schierstein
14.08.2018
Schiersteiner Wohnhaus der Lebenshilfe besteht seit 40 Jahren
Von Beate Rasch

SCHIERSTEIN - Bei strahlendem Sonnenschein feiert die Lebenshilfe Wiesbaden ein rundes Jubiläum. Am 19. Juni 1978 eröffnete der Verein zur Betreuung und Förderung behinderter Menschen in Schierstein sein erstes Wohnhaus für geistig behinderte Erwachsene. Vieles hat sich seitdem weiterentwickelt, aber das Ziel ist gleichgeblieben: „Die Lebenshilfe hat sich damals mutig in das Projekt gestürzt, um für diese Menschen ein Zuhause zu schaffen. Zu einer Zeit, als das noch nicht üblich war", betont Wohnhausleiter Peter Kerbeck zur Eröffnung des vierstündigen Gartenfestes.

Ein Aquarellvogel in Blau

Dieser Anspruch schlage sich auch im Namen nieder: Die Wohnstätte wurde bewusst „Wohnhaus" genannt, um möglichst wenig „Heim" und stattdessen „Heimat" zu sein. Dass das gelingt, ist auf dem Jubiläumsempfang deutlich spürbar. Immer wieder fällt der Satz: „Heute stehen unsere Bewohnerinnen und Bewohner im Mittelpunkt!" Sie werden aufmerksam betreut, feiern mit und freuen sich über ihre blauen T-Shirts mit dem originellen Jubiläumslogo: ein Aquarellvogel in Blau (die Farbe der Lebenshilfe), den der Wohnhausbewohner Karl-Heinz Opitz gemalt hat. Außerdem erhalten alle eine besondere Ehrung, die von dem eigens komponierten Jubiläumssong begleitet wird. „Wir betreuen professionell-pädagogisch, aber mit sehr viel Herzenswärme und vor allem familiär", erklärt die stellvertretende Wohnhausleiterin Katrin Hentschel.

Aktuell bietet das Schiersteiner Wohnhaus 34 Frauen und Männern mit geistiger Behinderung eine Heimat. Das Backsteingebäude aus der Jahrhundertwende, in dem einst die Dernbacher Schwestern lebten, ist mit einem modernen, 1980 gekauften Neubau verbunden. Von den 18 Bewohnern, die unmittelbar nach der Eröffnung eingezogen sind, leben fünf heute noch im Wohnhaus.

Die Bewohner sind in Schierstein bekannt

„Hausvater", wie er von allen genannt wird, ist Peter Kerbeck. Der katholische Theologe ist seit der ersten Stunde dabei und hat den Geist der Einrichtung maßgeblich geprägt. Für ihn ist es sehr bewegend, „dass jetzt alles rund wird. Wir arbeiten heute sehr professionell, ohne das Herz und den Flair zu verlieren, den das Haus seit jeher auszeichnet."

Auch Rainer Neumann, Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe, und Sozialdezernent Christoph Manjura (SPD) unterstreichen mit ihren Grußworten die Bedeutung des Wohnhauses. „Die Bewohner gehören zu Schierstein und sind in den Geschäften bekannt", so Manjura. „Mit dieser Einrichtung habe die Lebenshilfe maßgeblich dazu beigetragen, dass die Themen Barrierefreiheit und Inklusion im Stadtteil eine wichtige Rolle spielen.

 

 

Ehemaliger Vorstandsvorsitzender Peter Klein im Interview

21.07.2018

Nach Aufgabe des Vorstandsvorsitzes bleibt Peter Klein der Lebenshilfe Wiesbaden als Stiftungsratsvorsitzender erhalten

BIEBRICH -

Peter Klein (81) hat nach zwölf Jahren sein Ehrenamt als Vorstandsvorsitzender der „Lebenshilfe Wiesbaden Betreuung und Förderung behinderter Menschen" niedergelegt. Bei der letzten Mitgliederversammlung verabschiedete ihn der Verein feierlich. Nur ein paar Tage später wurde er – für ihn selbst überraschend – zum Vorsitzenden des Stiftungsrates ernannt.

Von Beate Rasch

Peter Klein blättert in dem Fotoband, der vor ihm auf dem Tisch liegt. Er enthält Bilder des feierlichen Abschieds, den ihm die Lebenshilfe Wiesbaden Anfang Juni bereitet hatte. Für seine langjährigen und außerordentlichen Verdienste wurde er außerdem vom Landesverband der Lebenshilfe mit der Ehrenurkunde mit Nadel ausgezeichnet. Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner – nicht mal er selbst – wusste: Wenige Tage später wurde er überraschend zum neuen ehrenamtlichen Ratsvorsitzenden der Stiftung der Lebenshilfe Wiesbaden gewählt. Für ihn war das eine „besondere Freude, denn so kann ich der Lebenshilfe weiterhin erhalten bleiben."

Klein ist ein Mann des Ehrenamtes. Vor seinem Eintritt in den Ruhestand 2002 suchte er sich ganz bewusst Einsatzfelder in insgesamt zwölf Einrichtungen, darunter auch die Lebenshilfe und das evangelische Dekanat Wiesbaden.

Seit 1969 in Führungspositionen

„Ich bringe vor allem meine Erfahrungen an der Spitze von Banken und Unternehmen ein. Seit 1969 war ich immer in Vorstandspositionen mit Führungs- und Personalverantwortung", sagt er. Oft begegne ihm die Frage, warum er sich all diese hochkarätigen Ehrenämter antue. „Ich habe viel Glück im Leben gehabt, meine Familie und ich sind gesund, alles ist gut geordnet. Aus Dankbarkeit dafür möchte ich etwas zurückgeben. Und es ist mir wichtig, fit und geistig beweglich zu bleiben", erklärt er seine Motivation.

Zur Lebenshilfe kam Klein durch den Rotary Club Wiesbaden, in den er 1989 eintrat. „Man hielt mich für den richtigen Mann, da ich in dieser Stadt sehr gut vernetzt bin. In den Jahren nach meiner Wahl zum neuen ehrenamtlichen Vorstandsvorsitzenden 2006 haben mir viele bescheinigt, dass ich in Wiesbaden zum Gesicht des Vereins geworden bin", erzählt er. Auch sein sozialer Antrieb habe eine Rolle gespielt. „Ich habe einfach Freude am Umgang mit behinderten Menschen. Ihnen mit Empathie zu begegnen, ist mir und meiner Ehefrau, die mich stets unterstützt hat, sehr wichtig."

In den letzten zwölf Jahren konnte Klein in der Lebenshilfe sehr viel bewegen und voranbringen. Zu Recht ist er stolz auf diese „erfreuliche Entwicklung", wie er sagt. Als Vorstandsvorsitzender erwarb er zum Beispiel federführend verschiedene Liegenschaften für die Lebenshilfe. Ein neues großes Projekt gab für Klein schließlich den Ausschlag, sein Amt als Vorstandsvorsitzender niederzulegen: „Wir erwerben ein Grundstück neben den Helios-Dr.-Horst- Schmidt-Kliniken und errichten dort ein Wohnhaus mit intensiv betreutem Wohnen für Menschen mit geistiger Behinderung und herausforderndem Verhalten. Da wusste ich, dass die richtige Zeit gekommen ist. Diese enorme Herausforderung soll ein Jüngerer übernehmen", sagt er.

Klein kann sich nun ganz seiner neuen Aufgabe als Ratsvorsitzender der Stiftung Lebenshilfe widmen. Sie liegt ihm besonders am Herzen, denn er hat sie 2010 als Finanzierungsquelle für zusätzliche Projekte selbst ins Leben gerufen.

Bescheidene Pläne für die eigene Zukunft

Aufgrund seiner Beziehungen als Mitglied des Rotary Clubs konnten außerdem viele Prominente für die Stiftung gewonnen werden. Mit den Geldern werden beispielsweise die Theatergruppe Franz und auch der inklusive Workshop „SchreibRaum" finanziert.

Auch das neueste Projekt ist ein ganz besonderer Höhepunkt: Geplant ist, zweimal eine Woche lang mit jeweils 40 Behinderten eine Flussschifffahrt in Deutschland zu organisieren.

Für die Zukunft hat Klein ganz bescheidene Pläne: „Viele Reisen, weiterhin beweglich bleiben und Sport treiben, mehr Zeit zum Lesen und für die Gartenarbeit." Eins ist ihm aber ganz besonders wichtig: „Mein Leben soll ein bisschen bunt bleiben, nicht so einseitig", sagt er und zitiert seinen Lieblingsspruch des römischen Philosophen Seneca: „Mit dem Leben ist es wie mit einem Theaterstück: Es kommt nicht darauf an, wie lang es ist, sondern wie bunt."

Weiteres im Internet auf www.lebenshilfe-wiesbaden.de

 

 

 

Gartentag im Wohnhaus Schierstein

"Um die vielfältigen Aufgaben des Hessischen Finanzministeriums kümmern sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in vier Abteilungen. Das Hessische Ministerium der Finanzen ist unter anderem zuständig für Haushalts- und Finanzpolitik, Steuerpolitik und -verwaltung...", so heißt es auf der offiziellen Website. Doch am 15.Juni haben sich 7 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums samt Finanzminister Dr.Thomas Schäfer höchst persönlich um die Gartenaufgaben des Wohnhauses Schierstein der Lebenshilfe gekümmert.

Der Grund ist die von der Stadt Wiesbaden ausgesprochene Aktionswoche "Wiesbaden engagiert".

Der Finanzminister und sein Team krempeln die Ärmel hoch und jäten Unkraut, bauen eine Feuerstelle, pflanzen neue Blumen, beladen Schubkarren mit Erdaushub und verschönern damit das Außengelände vom Wohnhaus, das zum 40. Jubiläum im August 2018 rausgeputzt sein soll.

"An so einem Tag entstehen auch schöne zwischenmenschliche Begegnungen mit unseren Bewohnerinnen und Bewohnern", schwärmt Wohnhausleiter Peter Kerbeck.

Viele der Hausinsassen packen kräftig mit an, andere genießen den Aktionstag auf ihre Weise und verfolgen gespannt die Gartenarbeiten.

Professionelle Unterstützung bekommt das hessische Ministerbüro von der Baumpflege Gehrmann.

Das Gartenprojekt wird zudem finanziell mit Lottomitteln des Ministeriums in Höhe von 1200,-€ unterstützt.

 

 Foto:Annika List - Fotografie & Film (www.annikalist.de)

 

Wir sagen DANKE für so viel Engagement!

 

Informationen zur Mitgliederversammlung

 

Wechsel des ersten Vorstandsvorsitzenden bei der Lebenshilfe Wiesbaden e.V.

Die Wahl des ersten Vorsitzenden und die des Schatzmeisters standen auf der Tagesordnung der Mitgliederversammlung der Lebenshilfe Wiesbaden e.V. am 07.06.2018.
Der erste Vorsitzende Peter Klein legt sein Ehrenamt nieder. Er lenkte erfolgreich 12 Jahre lang die Geschicke der Lebenshilfe Wiesbaden und übergibt seine Nachfolge an Rainer Neumann.
Der neue Vorstandsvorsitzende übernimmt die Fortsetzung der Planung für den Ausbau der tagesstrukturierenden Maßnahmen in der Wohneinrichtung am Gräselberg und den Erwerb des Grundstücks unterhalb des HSK Geländes für eine Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung und herausfordernden Verhalten.
Während der Mitgliederversammlung wählten die anwesenden Vereinsmitglieder mit einstimmiger Mehrheit Rainer Neumann zum ersten Vorstandsvorsitzenden. Der ehemalige R&V Finanzvorstand ist seit 2004 ein Vorstandsmitglied der Lebenshilfe Wiesbaden und übte bislang das Amt des Schatzmeisters aus. Seine langjährige Funktion übernimmt nun Jürgen Schäfer.
Jürgen Schäfer ist mit der Wahl ein neues Gesicht in der Vorstandsriege. Der Diplom Betriebswirt ist im Vorstand der Wiesbadener Volksbank und als neuer Schatzmeister freilich eine sichere Bank.
Alle weiteren Vorstandsmitglieder bleiben in ihrem Amt bestätigt.

Rainer Neumann ist neuer erster Vorstandsvorsitzender

 

Vom Entwurf zum Modell

 

Im Rahmen des Kreativ Wettbewerbs "GANZ PLASTISCH", initiiert durch die Bundesvereinigung der Lebenshilfe, beteilgt sich das Wohnhaus Erbenheim mit dem Kunstprojekt "Teilhabe statt Ausgrenzung".

Gemeinsam mit den Künstlern vom Kreativhaus Kluss gestalten die vier Bewohner der Villa Lilienthal eine Plastik, die ein Beitrag zum Kreativwettbewerb werden soll. Kommt sie unter die fünf Besten, können sich die Künstler auf eine Einladung nach Berlin freuen und vielleicht sogar den "Ganz plastisch Award" abräumen.

"Die Plastik sieht schon so gut aus, dass wir bestimmt zur Preisverleihung nach Berlin eingeladen werden", sagt Einrichtungsleiterin Sibylle Schmuck ganz zuversichtlich.

Wer nicht nach Berlin eingeladen wird, hat trotzdem mit Ruhm und Ehre zu rechnen. Denn alle eingereichten Plastiken werden im Anschluss an den Wettbewerb im Herbst 2018 in Form eines Digitalen Katalogs online präsentiert und an interessierte Aussteller zur Ausleihe angeboten.

 

 

 

Kunst ist eine universelle Sprache, die jedem Menschen zur Verfügung steht

 

Oft sind Worte nicht die richtigen Mittel um Gefühle und Erfahrungen auszudrücken. Menschen mit geistiger Beeinträchtigung suchen nach Formen des Ausdrucks, um sich mitteilen zu können.

Dieses Teilhabeprojekt wird durch den Verein zur Förderung gemeinnütziger Aufgaben Rotary Club Wiesbaden e.V. und der Stiftung Lebenshilfe unterstützt.  Das Projekt bietet den Kreativen mit Behinderung eine Chance ihre künstlerischen Fähigkeiten auszubilden, zu entwickeln und zu nutzen.

 

 

 

SchreibRaum geht in die zweite Runde


Dank der finanziellen Unterstützung der Stiftung Lebenshilfe kann der Workshop "SchreibRaum" in die zweite Runde gehen.
"SchreibRaum" ist ein inklusiver Schreib Workshop für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Angeleitet durch die Schauspielerin Claudia Stump und unterstützt durch Christiane Jungkenn von der Lebenshilfe, treffen sich ein mal pro Monat schreibfreudige Menschen um gemeinsam kreativ zu werden. Der Workshop ist für ein Jahr ausgelegt mit dem Ziel der Veröffentlichung der Texte in Form eines Kalenders für 2019.

 

Das SchreibRaum Angebot ist in den Räumen der EV. Albert-Schweitzer Gemeinde, Albert-Schweitzer Allee 44, 65203 Wiesbaden, Buslinie 14 Haltestelle "Nansenstraße".

 

17.08.2018    16-18 Uhr

28.09.2018    16-18 Uhr



Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben und Sie an dem Workshop teilnehmen oder weitere Informationen möchten, wenden Sie sich bitte an:
Christiane Jungkenn, Tel.: 0163 2132476 oder per Mail: presse@lebenshilfe-wiesbaden.de

 

Hier lesen Sie, was das Wiesbadener Tagblatt schreibt

 

 

Wörterbuch in Leichter Sprache


Jeder kann kostenlos das neue Online Wörterbuch in Leichter Sprache im Internet nutzen.Hier gibt es mehrere Hundert Wort Erklärungen, die aus der Lebenswelt von Menschen mit Behinderung stammen. Eine Prüfergruppe der Bundesvereinigung Lebenshilfe hat daran über 2 Jahre gearbeitet und Fremd-Wörter ausgewählt und an Texten mitgeschrieben.

Hier geht es zum Wörterbuch

Politik verstehen - Politik geht uns alle etwas an

Politik geht uns alle etwas an. Dieser Film erklärt wie Politik in Deutschland funktioniert, wie man wählen geht und was es sonst noch so für Möglichkeiten gibt, Politik zu machen.

 

"Politik geht uns alle etwas an" ist ein Projekt der Lebenshilfe Berlin das Menschen mit Behinderung dabei helfen soll, Möglichkeiten der politischen Mitwirkung für sich zu entdecken und zu nutzen. Dazu gibt es einen Film in Leichter Sprache, der erklärt wie Politik in Deutschland funktioniert.

Den Link zum Film finden Sie hier

 

Bundestag stellt Informationen in leichter Sprache

Der deutsche Bundestag erteilt auf seiner Internetseite Informationen in leichter Sprache. Erklärt werden die Aufgaben des Parlaments und seiner Abgeordneten, die Lage und Namen der Gebäude, Besuchsmöglichkeiten und Wege der Kontaktaufnahme. Die Texte sind mit farbigen Illustrationen versehen.

Das Internetangebot in Leichter Sprache findet man unter:

Nachrichten in "Leichte Sprache"

Immer wieder samstags gibt es Nachrichten in leichter Sprache. Nachrichten sind oft schwer zu verstehen, sei es im Radio, im Fernsehen oder im Internet. Doch jeder hat das Recht auf Informationen aus aller Welt. Deshalb hat der Radiosender Deutschlandfunk in Zusammenarbeit mit Studenten der Uni Köln unter folgendem Link

ein Portal geschaffen Neues weltweit und aus Deutschland in leichter Sprache zu bekommen. Die Texte sind zum Lesen und Anhören.