Presse Service

Wiesbadener Tagblatt

Nachrichten Wiesbaden

04.10.2017

Inklusives Schreibprojekt „SchreibRaum" der Wiesbadener Lebenshilfe nimmt gerne neue Mitglieder auf.

Von Barbara Yurtöven

WIESBADEN - „Toll, dass wir diesmal so viele sind!" Claudia Stump freut sich sehr über die zahlreichen Teilnehmer beim inklusiven Schreibprojekt „Schreibraum" der Lebenshilfe Wiesbaden. Wiederholungstäter und Erstteilnehmer, Menschen mit und ohne geistiges Handicap, Männer und Frauen, Jung und Alt – eine bunte Mischung mit unterschiedlicher Motivation kam zusammen. Sie waren gleich per Du und gespannt aufs erste Treffen.

Die Schreibassistenz muss sich zurücknehmen

„Ich schreibe gerne und bin auf der Suche nach neuen Ideen", beschrieb Hartmut seine Motivation. Renate hat schon mit Kindern Geschichten geschrieben und Bücher gemacht. Gerhild hat Interesse an Wörtern. Hanna bekennt: „Schreiben ist mein tägliches Brot." Die 22-jährige junge Frau mit Down-Syndrom arbeitet mit Jürgen und Valentina in der Werkstatt für Behinderte. Alle drei nahmen schon am ersten SchreibRaum-Projekt teil.

Claudia Stump, die den kostenfreien Kurs mit Christina Jungkenn begleitet, gab einen Rückblick auf den ersten SchreibRaum, der mit einem Workshop mit Katja de Braganca startete. De Braganca begleitet seit mehr als zehn Jahren das Magazin „Ohrenkuss", in dem ausschließlich Texte von Autoren mit Down-Syndrom veröffentlicht werden. „Sie hat uns wertvolle Tipps und Ideen mit auf den Weg gegeben", erzählte die Schauspielerin und Regisseurin über diese Erfahrung. Für das Treffen am Freitag hatte sie eine erste Aufgabe ausgewählt.

Jeder sollte ein Wort nennen, das ihm gerade in den Kopf kam. Karawane war dabei, Wut, Tante, Heiko oder Glück. Von den genannten Begriffen hieß es, sich einen auszusuchen und sich davon inspirieren zu lassen. Fünf Sätze sollten danach Satz für Satz formuliert werden. „Braucht jemand eine Schreibassistenz?", fragte Stump in die Runde. Valentina und Jürgen nickten. So konnten sie ihre Texte formulieren, ohne sich mit den Fallstricken des Schreibens herumschlagen zu müssen. Felicitas hat schon Erfahrung als Schreibassistenz gesammelt und riet den neuen Assistenten: „Ihr müsst euch zurücknehmen und nur das Aufschreiben, was euer Schreibpartner formuliert."

Mehr war auch nicht notwendig. Denn genügend Ideen hatten sie alle. Jürgen hatte das Wort Tante, zusätzlich das Wort Karawane ausgewählt und baute drumherum eine fantasievolle Geschichte von seiner Tante, die nach Arabien in den Urlaub fährt und dort im Hotel und an der Bar einen Cocktail trinkt. „Dabei ist Alkohol dort streng verboten", kicherte Jürgen und freute sich über seinen Einfall. Valentina diktierte Iris eine Einkaufstour, bei der sie Tasche und Schuhe ersteht und damit in der Disco zum Tanzen geht. Hanna schrieb eine Liebeserklärung an ihren Bruder. „Mein Bruder ist ein Feuer, das mich warm hält" und „Ich bin seine große Schwester und bin stolz dabei."

Jeder Satz wurde laut vorgelesen

Jeder Satz wurde laut vorgelesen. Man inspirierte sich gegenseitig und es entstanden erstaunliche zeitgleiche Übereinstimmungen und fantasievolle kleine Geschichten. „Die Wörter fliegen förmlich durch die Luft", scherzte Stomp. Sie freute sich über die kreativen Ergebnisse des ersten Treffens. Ziel ist ein Kalender für das Jahr 2019, der die Ergebnisse widerspiegelt.

Einmal im Monat trifft sich der SchreibRaum in den Räumen der Lebenshilfe in Biebrich, die gerne neue Mitglieder aufnimmt.

 

 

Wiesbadener Tagblatt

Nachrichten Wiesbaden, 03.04.2017

Kunstwerke aus der Spraydose

Von Lisa Marie Christ

URBAN ART Beim Graffiti-Workshop zeigen drei Hobby-Künstler der Lebenshilfe Wiesbaden was sie können

WIESBADEN - „Graffiti ist eine Kunst, die jeder versteht“, sagt Urban Artist Gerrit Fischer, besser bekannt als „Brozilla“. Es sei eine Ausdrucksform für alle Menschen. Beim Projekt „Sprayen ohne Grenzen“ konnten daher Klienten der Lebenshilfe Wiesbaden gemeinsam mit ihm am Freitagnachmittag Wände der R+V unter dem Motto „Aufbruch zu neuen Ufern“ bei einem Graffiti-Workshop gestalten.

Erst auf Papier, dann an die Wand

Hanna Bienefeld, Jan Schmidt und Lars Spira sind künstlerisch begabte Menschen, die lernen möchten, mit Spraydosen richtig umzugehen. Sie arbeiten regelmäßig in der Werkstatt für behinderte Menschen. Hanna und Lars sind außerdem Darsteller im Theater „Franz“ der Lebenshilfe.

Aber aller Anfang ist bekanntlich schwer. Deswegen dürfen die drei Nachwuchs-Sprayer erstmal auf einer Leinwand üben, bevor die Farbe an die Wand kommt. Nach einer Grundierung in der jeweiligen Lieblingsfarbe sprayen sie mit mehreren Schablonen kleine weiße Papierschiffchen darauf, die später auch an die Wand kommen.

Die Lebenshilfe Wiesbaden setzt sich seit vielen Jahren für behinderte Menschen ein. Christiane Jungkenn, Theaterpädagogin und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Lebenshilfe Wiesbaden, ist als Betreuerin beim Projekt dabei. „Wir haben bewusst eine kleine Gruppe gewählt, damit jeder auch miteinbezogen werden kann“, erklärt sie. Aber es habe wesentlich mehr Interessenten gegeben. Gerrit Fischer arbeitet oft mit behinderten Menschen, Kindern und Flüchtlingen zusammen. Der gebürtige Hamburger sprayt auf der ganzen Welt und hat 2016 auch Kunstaufträge in der R+V-Zentrale in Wiesbaden vollendet.

Die Idee zum Motto „Aufbruch zu neuen Ufern“ entstand durch ein bereits existierendes Spray-Kunstwerk von Fischer vor der Bibliothek im R+V Gebäude. „Passend zu dem großen Segelschiff werden die Teilnehmer kleine Papierschiffchen an die Wand sprayen“, erklärt Brigitte Römstedt von der R+V. „So wird das maritime Thema wieder aufgegriffen“.

Projekt soll Gesellschaft sensibilisieren

Man wolle der Gesellschaft zeigen, dass auch behinderte Menschen ein Teil davon sind, sagt Christiane Jungkenn. Es sei wichtig, Sensibilität und Respekt gegenüber diesen Menschen zu entwickeln. Die Thematik des Aufbruchs treffe auch auf die R+V zu, sagt Römstedt. „Unser Unternehmen befindet sich im Wandel. Deswegen passt es so gut zu uns.“ Ganze drei Stunden arbeiteten die Sprayer an ihren Gemälden. Als Dankeschön für ihre Teilnahme hatte Gerrit Fischer noch ein ganz besonderes Geschenk an seine Teilnehmer. Für jeden gab es ein eigens, vom Künstler angefertigtes, Spray-Portrait auf einer Leinwand. „Das ist für die drei so viel mehr Wert, als jeder Geldschein“, weiß Jungkenn. Zwischenmenschlichkeit und Teilhaben sei wesentlich wichtiger als materielle Dinge.

 

 

 

 



Nachrichten Wiesbaden 10.01.2017

Theaterpremiere: „Schuhe, die passen“, wird am 15. Januar im Nerotal aufgeführt

Von Charlotte Dietrich

WIESBADEN - „Warum sind wir unzufrieden und wann sind wir zufrieden? Mit dem passenden Schuh zum Beispiel. Und wenn wir den gefunden haben, wie lange werden wir zufrieden bleiben?“ Das und noch vieles mehr erfährt man am Sonntag, 15. Januar bei der Theaterpremiere „Schuhe, die passen“ der Theatergruppe von „Franz das Theater“ im Nerotal 18.

Dieses Jahr feiert die Theatergruppe ihr 15-jähriges Bestehen. Wie üblich stellt auch dieses Jahr das Talhaus seine Räumlichkeiten in den ersten beiden Januarwochen für die Endproben des Stückes bereit. Bereits vor 14 Jahren gründete die Lebenshilfe Wiesbaden diese Theatergruppe für Menschen mit geistigen Behinderungen. Neben Theaterstücken werden unter professioneller Anleitung auch Collagen erarbeitet, die regelmäßig aufgeführt werden. Beeinträchtigten Menschen wird durch das Theater die Chance gegeben, sich weiterzuentwickeln und ihr Selbstvertrauen zu stärken. Dadurch, dass andere Menschen an sie glauben, fangen sie auch damit an, an sich selbst zu glauben. Armin Nufer, Regisseur und Schauspieler aus Wiesbaden, sowie Chrstiane Jungkenn, Theaterpädagogin und Betreuerin bei der Lebenshilfe, unterstützten das Projekt seit Beginn. Jeden Dienstag von 18.30 bis 21 Uhr probt die Gruppe gemeinsam im Seniorenzentrum Toni Sender Haus in der Rudolf-Dyckerhoff-Straße 30. Mittlerweile besteht das Team aus 13 Personen zwischen 19 und 61 Jahren, die kontinuierlich am Programm arbeiten.

Austausch mit anderen Theatergruppen erwünscht

Viele der Laienschauspieler arbeiten tagsüber in der Werkstatt für Behinderte. Neben Spaß bietet das Theaterspiel ihnen auch einen großen Lern- und Inspirationsfaktor. Auch wenn die Proben manchmal etwas nervenaufreibend sind, überwiegt das Positive. Während das gesamte Team an Szenen, Ideen und Improvisationen arbeitet, erfahren die Mitarbeiter sehr viel Wärme und Dankbarkeit von den 13 Mitgliedern. Ziel der Theatergruppe ist es an Gastspielen teilzunehmen, Workshops zu besuchen und Fördergelder aufzutreiben. Oberste Priorität hat aber der Austausch mit anderen Gruppen mit behinderten Menschen sowie das Bestreben Kooperationen einzugehen. Vor einer Premiere übt das Team eine Woche lang jeden Tag, um intensiv an dem Projekt zu feilen. Für eine ganz neue Produktion benötigt die Gruppe etwa ein Jahr.

Weitere Vorstellungen der Aufführung „Schuhe, die passen“ finden vom 18. bis zum 21. Januar um jeweils 19.30 Uhr und am 22. Januar um 17 Uhr statt. Tickets für die kommenden Veranstaltungen sind zu einem Vorverkaufspreis von 11 Euro und an der Abendkasse für 13 Uhr erhältlich. Die Theaterpremiere ist bereits ausverkauft. Weitere Informationen erhalten Interessierte auf der Internetseite der Lebenshilfe Wiesbaden unter: http://www.lebenshilfe-wiesba den.de/theatergruppe/in dex.html.


Gruppenbild mit Nikolaus: Zum 15.Mal haben das Ehepaar Ralf Scheld und Sonja Scheld-Korb(rechts) Behinderte zur Adventsfeier eingeladen. Dafür danken(v.li.) Elternbeirätin Sabine Torke, Katrin Hentschel von der Lebenshilfe und Valentina Stieglitz vom Heimbeirat.
Foto:wita/Paul Müller

06.12.2016 Wiesbadener Kurier

Von Claudia Kroll-Kubin

SCHIERSTEIN - „Es war mir immer eine Herzensangelegenheit“, sagt Sonja Scheld-Korb, Inhaberin des Restaurants „Grüner Baum“, und hat Tränen in den Augen. Zum nunmehr letzten Mal heißt sie in der Backfischgasse 14 eine Gruppe von 26 Bewohnern des Wohnhauses Schierstein, einer Einrichtung der Lebenshilfe Wiesbaden für geistig Behinderte, zum Adventskaffee willkommen. Die Gruppe ist ihr und ihrem Mann Ralf Scheld über all die Jahre ans Herz gewachsen.

15 Jahre lang hat das Ehepaar jedes Jahr aufs Neue gut 30 Menschen dieser Einrichtung im Advent eingeladen, einen Nikolaus bestellt und ein Geschenk bereitgehalten. Zuerst im Weinhaus Meilinger, später im „Grünen Baum“. Zum Ende des Jahres nun wird sich das Ehepaar zur Ruhe setzen. Das bedeutet für die Bewohner des Hauses Schierstein das Ende des 15-jährigen Engagements für Teilhabe und die Erlebnisse im Advent, ist aber auch Grund für den Elternbeirat des Wohnhauses, am Samstag vor Ort beim letzten Adventskaffee mit einem Überraschungsgeschenk aufzuwarten und dem Ehepaar Scheld-Korb Danke zu sagen

 

 

 

„Der Adventskaffee war für die Bewohner ein jährlicher Höhepunkt im Kalender“, sagt Sabine Torke, Vorsitzende des Elternbeirates des Hauses Schierstein, und betont: „Es ist so schade, dass dies nun aufhört“. Wobei sie insgeheim sehr hofft, dass sich doch irgendwie ein Nachfolger finden wird, als sie Sonja Scheld-Korb und ihrem Ehemann im Namen der Elternschaft zwei Karten für die Kammerspiele Mainz und einen floralen Dankesgruß überreicht. Dem Dankeschön schließen sich die stellvertretende Leiterin des Hauses Schierstein, Katrin Hentschel, und die Vorsitzende des Heimbeirates und Bewohnerin Valentina Stieglitz an und überreichten dem Ehepaar einen spritzigen Tropfen, den die Lebenshilfe Bad Dürkheim produziert.

„Es war das Eingebundensein in Schierstein, das Gemeinschaftserlebnis unter Freunden“, erklärt Katrin Hentschel und würdigt das Ehepaar Scheld-Korb als „große Bezugsperson“ der Bewohner, mit denen man einfach per Du ist und in all den Jahren eine starke Bindung aufgebaut hat. „Das sind Stationen im Leben, die haften bleiben“, unterstreicht Ralf Scheld nicht minder gerührt, bevor der Nikolaus, ein Nachbar des Ehepaars, durch die adventlich geschmückten Räume des „Grünen Baums“ zieht und mit den Bewohnern und ihren Betreuern gemeinsam Weihnachtslieder singt und Gedichten lauscht.

„Manege frei!“ im Thalhaus

18.01.2012 - WIESBADEN

Von Marianne Kreikenbom

THEATER FRANZ Ensemble der Lebenshilfe feiert Premiere einer bezaubernden Zirkusschau

Es ist schon etwas Besonderes, wenn ein Kulturbetrieb wie das „Thalhaus“ in den Nerotalanlagen die eigenen Räumlichkeiten in den ersten zwei Wochen des neuen Jahres komplett dem „Theater Franz“ für die Schlussproben seiner Jahresproduktionen überlässt. Auch in diesem Jahr war das wieder so.

„Wir sind sehr froh darüber, dass unsere letzten Proben, die Premieren und Vorstellungen hier stattfinden können“, sagt Armin Nufer, der „Franz das Theater“ nicht nur leitet, sondern auch Regie führt, alle Texte schreibt, selbst mitspielt und falls erforderlich auch souffliert. Seine Truppe ist erstklassig, individuell und überraschend, wie es im Titel der neuen Produktion so schön heißt. Als „Zirkus Franz“ feierte das Theater Franz im ausverkauften Thalhaus gestern Premiere und zugleich sein zehnjähriges Bestehen. Im Januar 2002 hatte die Lebenshilfe Wiesbaden eine Theatergruppe für Menschen mit geistiger Behinderung gegründet, die sich bis heute „Franz“ nennt.

Normalerweise proben die „Franzler“ einmal wöchentlich im Speisesaal des Biebricher Toni-Sender-Hauses. Für das aktuelle Zirkus-Stück begann die Probenarbeit bereits im Februar 2011. Jede neue Produktion entwickelt und verändert sich im Verlauf dieser Zeit. So stand im November noch lange nicht fest, ob der Zirkusdirektor (Michael Wendt) tatsächlich den Klassiker „Oh mein Papa war eine wunderbare Clown“ singen würde. Er übte den Text trotzdem. Nicht umsonst, denn begleitet vom Ensemble stimmt er das Lied nun tatsächlich an. Die endgültige Fassung einer Produktion entsteht immer erst während der Schlussproben im Thalhaus.

Die Mitspieler kommen mehrheitlich aus den Wohneinrichtungen der Lebenshilfe in Gräselberg, Schierstein und Erbenheim. Viele arbeiten tagsüber in der Werkstatt für Behinderte. Alle „Franzler“ lieben das Theaterspiel und den Applaus leidenschaftlich. Einige von ihnen sind schon „ewig“ dabei, die Zwillinge Gabi und Karin Bleeker zum Beispiel oder Willy Smith. Andere wie José Perdomo Pinto und Christopher Mielke sind neu.

Ulla Roth gibt im „Zirkus Franz“ ihren Einstand: Auf der Mundharmonika spielt sie im Duo mit der Mainzer Musikstudentin und Geigerin Magd alena Adunga. Letztere tritt ebenfalls erstmals bei den „Franzlern“ auf und bildet mit Gasttrompeter Volker Bender das Zirkusorchester. Auch Sophie Weber, die ihre Sache als Zauberin und Dompteurin hervorragend macht, ist Gast im Ensemble.

„Zirkus Franz“ ist ein hinreißendes klassisches Nummernprogramm mit vier schwebenden Jungmännern, Clown-Zwillingen im blau-grünen Glitzerkostüm, falschen Tigern und falschen Bärten, echten stärksten Männern der Welt, talentierten Jongleuren, witzigen Bodenakrobaten und einer reizenden Seiltänzerin mit Schirm auf dem „Trockenen“.

Auch diese beeindruckende Akrobatikdarbietung gehört zu dem Theaterstück des Ensembles der Lebenshilfe.	Foto: wita/Paul Müller

Auch diese beeindruckende Akrobatikdarbietung gehört zu dem Theaterstück des Ensembles der Lebenshilfe. Foto: wita/Paul MüllerVergrößern

Neues Stück des Theaters Franz hat im Januar Premiere

26.11.2011 - WIESBADEN

Von Marianne Kreikenbom

Nach der Premiere ist vor der Premiere bei „Franz“, dem inzwischen ziemlich bekannten Theater der Lebenshilfe in Wiesbaden. Die alljährliche Inszenierung im Januar ist schnell ausverkauft und die Uraufführungsstätte Thalhaus jedes Mal rappelvoll. Eine kurze Verschnaufpause zwischen dem letzten Auftritt und den neuen Proben gönne man sich allerdings, sagt Christiane Jungkenn, Theaterpädagogin und Betreuerin der Lebenshilfe.

Seit Februar dieses Jahres wird im Speisesaal des Biebricher Toni-Sender-Hauses für das neue Stück geprobt. „Zirkus Franz - erstklassig, individuell, überraschend“ lautet sein Titel.

Die Laienschauspieler des „Franz“ sind Frauen und Männer mit geistiger Behinderung im Alter zwischen Anfang zwanzig und Anfang sechzig. Die meisten kommen aus den Wohneinrichtungen der Lebenshilfe in Gräselberg, Schierstein und Erbenheim. Viele arbeiten tagsüber in der Werkstatt für Behinderte, und alle lieben das Theaterspiel.

„Willi, du kannst mal was üben“, sagt Armin Nufer und drückt einem der Theatermitglieder einen roten Plastikteller mit Balancierstock in die Hand. Im Nu rollern mehrere solcher Teller über den Köpfen. Auch bunte Reifen zum Jonglieren hält Nufer bereit. Karin schwenkt ein buntes Band durch die Luft. Sophie, Schülerin an der Helene-Lange-Schule, rezitiert einen Text, zu dem Magdalena Adunga auf der Geige spielt. Die Musikstudentin aus Mainz nimmt an diesem Dienstagabend zum ersten Mal an einer Probe des Theaters Franz teil. „Das Stück ist ein Nummernprogramm aus selbst verfassten und nicht selbst verfassten Texten“, erklärt der Wiesbadener Regisseur und Schauspieler Armin Nufer. Er leitet das Theater Franz, schreibt die Szenen und Texte und spielt auch selber mit, um bei Bedarf dafür zu sorgen, dass auf der Bühne nichts aus dem Ruder läuft.

Seine Darsteller seien liebenswerte Menschen, erklärt er, aber haben auch ihren eigenen Kopf und lassen ihren Emotionen freien Lauf. Christiane Jungkenn begleitet die Probenarbeit, ebenso Lebenshilfe-Betreuerin Maria Mazurek. Zum Stammteam kommen Profis für Bühnenbild und Kostüm sowie Musiker und Mitspieler als Gäste. „Wir haben traumhafte Kostüme vom Mainzer Theater zur Ausleihe erhalten“, schwärmt Christiane Jungkenn.

Eine Rahmenhandlung im klassischen Sinn habe „Zirkus Franz“ nicht, erklärt Armin Nufer. Allerdings gebe es zwischen dem Zirkusdirektor, seiner Assistentin, dem Zirkusbesitzer und den Artisten gewisse Reibereien und Aufregungen, was die Machtverhältnisse und Kompetenzen betreffe. Es wird also turbulent zugehen, lässt sich ahnen. Als „work in progress wie immer“ bezeichnet Armin Nufer die Arbeit am Stück. Es ist die achte Jahresproduktion seit Gründung des Theaters im Jahr 2002. Premiere ist am 17. Januar im Thalhaus. Dort finden auch wie gewohnt und dankenswerterweise die Endproben statt, in denen das Stück seinen letzten Schliff bekommt. Szenen aus der Aufführung sollen auch bei der großen Jubiläumsveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen der Lebenshilfe im März 2012 gespielt werden. Einer wird nicht mehr dabei sein: Clemens Baron, den alle kennen, die Franz das Theater lieben. Er sollte den Zirkusdirektor spielen, eine Rolle, für die er die Idealbesetzung gewesen wäre. Am 22. November ist Clemens im Alter von 40 Jahren gestorben.

Regisseur Armin Nufer (rotes Hemd) probt mit dem Ensemble das neue Stück.	Foto: RMB/Heiko Kubenka

Rührei und Speck in der Franz-WG

22.01.2011 - WIESBADEN

Von Marianne Kreikenbom

THALHAUS Aufführungen des Lebenshilfe-Theaters ausverkauft

Dicht an dicht saß das Publikum, und es mussten sogar noch ein paar Stühle mehr geholt werden, als am Donnerstagabend im Thalhaus die Premiere „WeGeTV“ vom Franz-Theater der Lebenshilfe Wiesbaden stattfand. Es war die neunte Produktion und wie immer ein Erfolg nicht nur für Arnim Nufer (Script, Regie und Theaterleitung) und sein Team, sondern auch und vor allem für die Mitglieder seiner tollen Gruppe: Frauen und Männer unterschiedlichen Alters mit geistiger Behinderung. Die Proben sind nicht immer leicht, dafür die Premieren immer gut. Wer „Franz das Theater“ schon länger kennt, merkt, wie die Mitspieler an ihrer Aufgabe wachsen. Dieses „Franz“ ist nicht nur Spaß, sondern auch ein Förderprojekt von Wert.

„WeGe“ lautet die neudeutsche Abkürzung von WG wie Wohngemeinschaft und bietet mit Alltag und Chaos ein dankbares Thema. Alles ist möglich - und wenn mal was schief geht, ist es immer noch lustig. Es wurde viel und herzlich gelacht, wenn zum Beispiel der Nachbar im Schafspelz (Michael Wendt) auftauchte, um sich Zucker, Eier und sonst was zu borgen, ständig Energiespartipps unter die Leute zu bringen und seine Stromerzeugung mittels Fahrraddynamo vorzuführen.

Starter in den Abend war ein wirklich pfiffiges Video, mit dem sich Nufer & Co. bei ARX-TV um den Titel „Die geilste WG der Welt“ bewirbt. „Wir sind die Besten, weil wir die Besten sind“, lautet das überzeugende Argument. Schließlich wird hier der Müll getrennt, gesund gegessen, gern wie wahnsinnig geputzt, gemeinsam eingekauft, gekocht und Party gefeiert, die Atomstrom-Zone ausgewiesen und dem Nachbarn nichts genommen, sondern mehr gegeben als er braucht. „Bei uns ist jeder willkommen: von GEZ bis EBS“, tönt Lothar alias Armin Nufer vollmundig für die TV-Bewerbung.

In der schnöden Realität sieht die WG-Welt anders aus. Von wegen putzen, waschen, kochen, spülen! Niemand hat Lust drauf. Abends bleibt Lothar am liebsten zu Hause und macht Spiele statt Party. Im Kühlschrank herrscht Ebbe. Nicht schon wieder waschen und bügeln, meint Conni (Elke Grohmann). Georg (Willi Smith) geht allein in den Supermarkt einkaufen, und Kevin erklärt sich bereit, für alle zu kochen - ebenfalls allein. Thema Ökostrom entfällt auf der WG-Vollversammlung, die nächste Demo wegen Aufstockung von Hartz IV auf satte 800 Euro sowieso.

Nach der Pause duftet es im Saal mit der aufgebauten WG-Miniküche appetitlich nach Rührei und Speck, die Kevin vor aller Augen und Nasen brät. Genau im falschen Moment - bei den Entspannungsübungen - erscheint ARX-TV. Der smarte Reporter im Leopardenlook-Anzug (Peter Silbereisen als Gast) findet die WG hoffnungslos altmodisch. Sie wird nicht die „geilste WG der Welt“. Sie darf so bleiben, wie sie ist - und erntet dafür einen Riesenapplaus. Die weiteren Vorstellungen sind bereits restlos ausverkauft.

Das Franz-Theater bei der Premiere von WeGeTV. Ins Fernsehen schaffen es die Freunde der Wohngemeinschaft zwar nicht - aber sie füllen das Thalhaus.	Foto: RMB/Friedrich Windolf

R+V Versicherung spendet 10.000 Euro für "Franz das Theater"

Theater des Vereins Lebenshilfe Wiesbaden mit behinderten Menschen
Wiesbaden, 28. Januar 2011. Einmal im Rampenlicht stehen: Mit "Franz das Theater" ermöglicht der gemeinnützige Verein Lebenshilfe Wiesbaden geistig behinderten Menschen, ihre Fähigkeiten vor einer großen Öffentlichkeit zu beweisen. "Die Kreativität und Spielfreude der Akteure begeistert die Zuschauer immer wieder", fasst Rita Jakli, Pressesprecherin der R+V Versicherung, ihren Eindruck von der General-probe des aktuellen Stückes "WeGeTeVau" zusammen. "Es ist faszinierend, zu welch hervorragenden schauspielerischen Leistungen die behinderten Akteure unter professioneller Anleitung fähig sind. Deshalb engagieren wir uns sehr gerne für dieses Lebenshilfe-Projekt." Das Wiesbadener Unternehmen unterstützt das Behinderten-theater nun schon im dritten Jahr als Hauptsponsor.

Die Stadt kommt nicht in Frage

Doch ländliche Idylle und üppige Natur täuschen so manch Ruhesuchenden Touristen aus der Stadt, denn ein Leben auf dem Land bedeutet oft körperliche Arbeit und Aufstehen vor dem ersten Hahnenschrei. Das gilt auch für die Bewohner des Landguts Ehrenbach bei Wiesbaden, die wie Sascha Zislinsky hier leben und arbeiten. Der geistig behinderte junge Mann ist mit seinen Kollegen bereits um 3 Uhr früh auf den Beinen, um in der einzigen Bäckerei des Ortes den Teig zu mischen, zu kneten und zu backen. Bereits zwei Stunden später warten Kliniken, Schulen, Altenheime sowie drei Dorfläden der umliegenden Gemeinden auf die frischen Backwaren. Unterstützt werden sie von Bäcker-Meister Horst Brunke und einem Gesellen.

 
Leben auf dem Land. Quelle: ZDF
ZDF
Die Landbäckerei beschäftigt acht Menschen mit geistiger Behinderung.
 

"Als wir hier vor zehn Jahren angefangen haben, gab es hier noch gar nichts", erzählt Brunke. Vor zehn Jahren wurde das Landgut Ehrenbach, ein Tochterunternehmen der Lebenshilfe Wiesbaden e.V., ins Leben gerufen. Der 350 Seelen-Ort Ehrenbach im Taunus besticht durch seine Abgeschiedenheit. Für den 30-jährigen Sascha Zislinsky, der mit seinen sieben Kollegen in einer betreuten Wohngemeinschaft lebt, käme dennoch das Leben in der Stadt nicht in Frage, denn er schätzt die Ruhe und den Zusammenhalt von Kollegen und Nachbarn.

ZDF Beitrag "Menschen-das Magazin" vom 17.07.2010

Franz - Das Theater Sonderurlaub der Liebe wegen

 Von WALTRAUT ROHLOFF

Probe im Franz-Theater.  Foto: FR/Schick

Seit sieben Jahren gibt es "Franz - Das Theater". Am Donnerstag feiert die Bühne der Wiesbadener Lebenshilfe mit ihrer neuen Inszenierung "Ein Stück Liebe" Premiere. Von Waltraut Rohloff

Aufführungen

Die Premiere am 15. Januar ist bereits ausverkauft. Weitere Aufführungen im Thalhaus, Nerotal 18: 16., 17. Januar, jeweils 20 Uhr; 18. Januar, 17 Uhr. Kartenbestellung unter Tel. 0611 / 185 126 7.

Michael Wendt (41) steckt die Daumen unter die Träger des blitzsauberen und frisch gebügelten Blaumanns. Er ist durchaus stolz - auf sich und seinen Arbeitgeber. Der, so Wendt, habe ihm für die "heiße Probenphase" Sonderurlaub gewährt. Der 41-Jährige arbeitet in seinem Berufsleben in der Poststelle des Statistischen Bundesamtes. Dorthin hat ihn der Verein Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung quasi vermittelt. In seiner Freizeit steht Wendt gerne als Schauspieler auf der Bühne.

Sein Mitspieler Willy Smith (39) arbeitet in der Werkstatt für Behinderte in der Pfälzer Straße, und verpackt dort für eine Firma Gewürze. Auch Smith hat Sonderurlaub bekommen. Wendt und Smith gehören mittlerweile zu den erfahrenen Theater-Hasen, stehen seit mindestens drei Spielzeiten auf der Bühne des Theaters "Franz" - ein Ensemble der Wiesbadener Lebenshilfe für geistig Behinderte.

Fast sieben Jahre ist es her, dass "Franz - das Theater" gegründet wurde. Vor zwei Jahren hat der Wiesbadener Schauspieler und Regisseur Armin Nufer (51) von Gründerin Barbara Wachendorff die Leitung der Lebenshilfe-Truppe übernommen und studiert mit geistig behinderten Erwachsenen ein Stück ein. Aufführungsort ist von Anfang an das Thalhaus. "Ein wunderbarer Gastgeber", sagt Armin Nufer über Thalhaus-Theaterchef Holger Hebestreit. Über ihn ist Nufer überhaupt an das Projekt und die zwischen 10 und 15 Personen zählende Theatertruppe gelangt.

Shakespeare als Inspiration

Die aktuelle Produktion heißt "Ein Stück Liebe" und hat am 15. Januar (natürlich im Thalhaus) Premiere. In der Theater-im-Theater-Story treffen mürrische Schauspieler, die keine Lust auf eine "Winzbühne" haben, auf Bühnenarbeiter. Es gären Konflikte, es gibt Knatsch, weil Techniker fehlen. Aber irgendwann, als sich eine Vermittlerin dazwischen wirft, beginnen beide Seiten, sich füreinander zu interessieren und sich zu verstehen - sie wachsen zusammen. Alles wird gut ... und der Vorhang geht zu.

Das Stück, das Armin Nufer in Anlehnung an Shakespeares Sommernachtstraum geschrieben hat, hat keine Hauptrollen. Zumindest offiziell nicht. Aber es gibt Akteure, denen die Bühne gehört. Einer von ihnen ist Clemens Baron, der sehr flexibel und losgelöst mit Wort und Gesten umgeht und gerne singt. Michael Wendt hingegen versucht, dicht an den gelernten Texten zu bleiben. Sich Texte und Einsätze zu merken, ist für ihn "nicht so schwierig", meint er.

Nufer stehen für seine Arbeit Profis der Behindertenarbeit zur Seite: Theaterpädagogin Christiane Jungkenn und als Betreuerin Donata Käßler. Beide arbeiten in einem der Lebenshilfe-Wohnhäuser. Für Nufer und die übrigen Profis des Ensembles ist jede Inszenierung eine Herausforderung. Jeder Behinderte hat sein spezielles Spiel. Wie sich ein Stück im Laufe der fast neunmonatigen Probenzeit entwickelt, ist auch für Nufer mit Überraschungen verbunden. Etwa 70 bis 75 Prozent des Stücks sind von Nufer anfangs anlegt, als Inszenierung gedacht - "manchmal aber kommt ein fast runderneuertes Stück heraus".

Der Regisseur und Schauspieler ist fasziniert von den Darstellern. Einen therapeutischen Ansatz verfolgt der derzeit freiberufliche Theatermacher mit den behinderten Mitwirkenden nicht. Er will "Ressourcen rausholen" und damit arbeiten - wie einst auch mit Schülerinnen und Schülern der Helene-Lange-Schule. Im Vordergrund steht für Nufer der "künstlerische Anspruch". Den therapeutischen Effekt gibt es natürlich dennoch. Die Schauspieler werden durch die Theaterarbeit in ihrer Kreativität und ihrer Körperwahrnehmung gefördert und gefordert. Und außerdem können sie ihre Fähigkeiten und Begabungen öffentlich präsentieren. Michael Wendt und Willy Smith wollen auf jeden Fall nach jeder Vorstellung wissen, wie das Stück angekommen ist.

Das Behindertentheater Franz schleppt sich von Jahr zu Jahr über die Runden. Denn es gibt keinen festen Etat. Franz lebt von Sponsoren. Diesmal hat hauptsächlich R + V Versicherungen die Inszenierung mit 10 000 Euro für die Lebenshilfe finanziert. Ein Stück Liebe eben.

Wiesbaden 

Gespanntes Warten auf die Gipsfüße

28.03.2011 - WIESBADEN

INKLUSION Kinder entwickeln bei der Malwerkstatt „Eigenart“ Mut zum Ausdruck

(MaK). Aus der Malwerkstatt „EigenArt“, in der sich 2009 und 2010 einmal monatlich zehn bis zwölf Kinder mit und ohne Behinderung zum kreativen Arbeiten trafen, ist in diesem Jahr eine Werkstatt für plastisches Gestalten entstanden. Die Hälfte der Kinder hat eine Behinderung. „Wir praktizieren die Inklusion schon eine ganze Weile“, sagt Annette Caumanns-Loos von der Lebenshilfe Wiesbaden. Sie ist Initiatorin und Leiterin der Workshops. Finanziert wird das Projekt vom Amt für Soziale Arbeit, die Lebenshilfe beteiligt sich mit einem Zuschuss.

Auch für die neue „EigenArt“-Werkstatt habe es wieder mehr Anmeldungen als Plätze gegeben, berichtet Annette Caumanns-Loos. Viele mussten auf die Warteliste. Deshalb war die Freude groß, als das Junge Staatstheater Wiesbaden mit einer Spende in Höhe von 2000 Euro die Einrichtung einer zweiten Werkstatt ermöglichte. Die Mittel stammen aus dem Verkaufserlös von Hörspiel-CDs, Plakaten und Buttons rund um die Weihnachtsmärchen-Aufführungen der „Schneekönigin“ im vergangenen Jahr. Trotz der moderaten Preise seien da bei 50 000 Zuschauern immerhin 16 000 Euro zusammengekommen, erzählt Stefan Schletter, einer der beiden Leiter des Jungen Staatstheaters. Das Geld fließe in einen Fonds, der sozialen Zwecken diene, so ermögliche man beispielsweise Kindern aus finanziell schwachen Familien den Theaterbesuch. „Unser Publikum soll wissen, wofür wir das Geld einsetzen.“ Am vergangenen Samstag besuchte Schletter die Kinder der ersten, bereits seit Januar bestehenden Vormittags-Werkstatt.

Im Januar und Februar haben sich die Kinder mit den Materialien Ton und Gips angefreundet. Jeder sucht und findet beim Arbeiten seinen eigenen Weg durch die Welt der Formen. Auch wenn Freunde wie Marius und Lars oder Freundinnen wie Nele und Leonie schon in der Malwerkstatt gern zusammengearbeitet haben. Was ist schöner - malen oder Ton kneten? „Mir macht beides Spaß“, antwortet Leonie und rollt dabei mit der Handfläche an einen Stück Ton. Nele nickt. „Mir auch.“ Thomas knetet an seinem dritten liegenden Osterhasen. Voriges Mal hat er eine Schildkröte mit abnehmbarem Panzer geformt, innen lag ein Schildkrötenbaby.

Johanna bemalt ihr Herz aus Ton blutrot und wählt dann für die Tonkugel mit eingeschnittenem Kreuz ein Kornblumenblau, das ihrer Mutter so gut gefällt. Gebrannt wird der Ton nicht, nur getrocknet.

Wie fühlen sich Gips und Ton an, und was kann man daraus machen? Welche Werkzeuge braucht man? „Wir gehen langsam und Schritt für Schritt vor“, erklärt Annette Caumans-Loos. Unterstützt wird sie von Kunstwerkerin Julia Isterling sowie Magdalena Görnert, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr beim Amt für Soziale Arbeit absolviert, und Helferin Laura Ciccanti. Manchmal gehe es turbulent in der Werkstatt zu, da sei es gut, wenn sich mehrere die Betreuung der Kinder teilten. „Wer hat noch keinen Gipsfuß?“, fragt Julia Isterling in die Runde. Die Gipsfüße von Chantal, Johanna und Marius stehen schon auf der Bank. Lina wartet darauf, dass ihre Gipshand trocknet. Sie und ihre Schwester sind neu in der Werkstatt. Vorsichtig wird Linas Gipshand aufgeschnitten. Was fängt man damit an? Mal sehen. Vielleicht bemalen. Das Arbeiten mit Pappmaché, Holz, Speck- und Alabasterstein soll folgen. Wie zuvor schon in der Malwerkstatt gilt es für die Kinder auch diesmal wieder, Mut zum unverwechselbar eigenen Ausdruck zu entwickeln, etwas Neues auszuprobieren und Spaß am Werkeln zu haben.

Stefan Schletter vom Jungen Staatstheater, Leonie, Nele und Workshopleiterin Annette Caumanns-Loos (von links) formen aus Ton Figuren.	Foto: wita/Paul Müller

Stefan Schletter vom Jungen Staatstheater, Leonie, Nele und Workshopleiterin Annette Caumanns-Loos (von links) formen aus Ton Figuren. Foto: wita/Paul MüllerVergrößern


 

 

50 Jahre Lebenshilfe Wiesbaden - Ein Film von Ballentin Video Film ...

www.youtube.com/watch?v=jCJ1eslQ6bA9 Min. - 1. Okt. 2010 - Hochgeladen von BallentinVideo
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